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PRESSE Schleifen, Loops und Aktenordner
© Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur
Bei der "Schmiede 08" macht das Künstlerteam "1n0ut" mit dem Computer Musik sichtbar. Im Oktober wird Kafka ins digitale Zeitalter geholt. CLEMENS PANAGL Salzburg (SN). Josef K. steht unter Beobachtung. Kameras und Mikrofone zeichnen jede Regung des Protagonisten aus Franz Kafkas Roman "Der Process" auf. Die auf diese Weise gewonnenen Daten werden digitalisiert und als stereoskopische Projektionen auf der Bühne wieder ins Spiel gebracht. In ihrem multimedialen Performanceprojekt "CPU" schicken Robert Praxmarer und Reinhold Bidner Kafkas "Process" durch den Prozessor. Reale Schauspieler werden mit virtuellen 3D-Hologrammen konfrontiert. Die Bühne soll so um eine Dimension erweitert werden.Medienkunstpreis für Tanztheater in Echtzeit Für das Konzept zu ihrem "stereoskopischen Echtzeit-Tanz-Theater-Stück" haben die beiden Salzburger im Vorjahr den Medienkunstpreis des Landes Salzburg erhalten. Am 18. Oktober wird die Uraufführung von "CPU" in der ARGEkultur stattfinden. Bereits davor werden die nächsten Ideen zur Vernetzung von Virtualität und Wirklichkeit ausprobiert. Ab kommenden Donnerstag (18. 9.) nehmen die beiden Medienkünstler an der diesjährigen Ausgabe der "Schmiede Hallein" auf der Pernerinsel teil. Auch im sechsten Jahr ihres Bestehens treffen sich bei der "Schmiede" junge Künstler aus computernahen Sparten (Medienkunst, Musik, Internet, Grafik, etc.), um sich eine Woche lang auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam an neuen Projektideen zu arbeiten - ohne den Druck des Erfolgs oder des Fertig-werden-Müssens. Robert Praxmarer und Reinhold Bidner ersparen sich diesen Nervenkitzel bei der "Schmiede" nicht. "Klangdimensionen" heißt ein weiteres aktuelles Projekt der beiden Salzburger, die sich als Künstlerkollektiv "1n0ut" nennen. Im Halleiner Stadtkino ist es am Samstag (20. 9., 19.30) als öffentliche Performance zu hören. Und zu sehen. Denn auch in den "Klangdimensionen" geht es um das Zusammenwachsen von zwei verschiedenen Welten. 3D-Animation für Beethoven und Liszt "Wir wollen klassische Musik neu verpacken", sagt Praxmarer. Genauer: Der russische Pianist Juri Sachno wird im Stadtkino klassische Klavierwerke von Beethoven, Liszt und Chopin spielen. Die beiden Medienkünstler visualisieren die Klänge stereoskopisch und in Echtzeit. Und das Publikum? "Das setzt 3D-Brillen auf", erklärt Praxmarer weiter. "Die Musik wird auf diese Weise erfahrbar wie in einem IMAX-Kino." Ein Ziel sei es dabei, ein junges, an die Mitlieferung von Videoclips und Visuals zur Musik gewohntes Publikum einen Anreiz zum Klassikhören zu verschaffen. Ein anderer Anreiz sei es gewesen, in einer Welt der schnellen optischen Eindrücke der Langsamkeit wieder ihren Raum zu geben. "Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen Tradition und Innovation."
Das haben Praxmarer
und Bidner kürzlich auch in Linz getan: Beim Ars Electronica Festival
haben sie den Klang
des Brucknerorchesters sichtbar gemacht. |